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Ihr Ansprechpartner:

Hr. Tae-Sun Kim
Telefon:
02 41 / 4 63 22 78

E-Mail: mail@tdh-aachen.de

01.10.2016

Ort: Haus der evangelischen Kirche, Aachen

Vortrag: Vergiftete Kindheit in Sambia

Am 27. September hatten wir Besuch von Namo und Caleb aus Sambia. Die beiden waren auf der UN-Kinderrechts-Konferenz in Genf und referierten über das Thema Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt im Bezug auf ihr Heimatland Sambia. Anschließend waren sie bei uns zu Gast.

Foto: terre des hommes
Projektländer (Quelle: tdh)
Bild: wikipedia
Namo und Caleb in Köln

Das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt

Uns bot sich die schöne Gelegenheit, aus erster Hand von den Projekten, die von terre des hommes unterstützt werden, zu erfahren: Namo und Caleb reisten zusammen mit unserem terre des hommes-Mitglied Laura von Genf aus nach Aachen. Hier konnten die beiden Sambianer zunächst in Aachener Schulen ihr Thema »Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt« präsentieren und zum Schluss auch in einem öffentlichen Vortrag im Haus der evangelischen Kirche in Aachen.

Caleb ist ein 15-jähriger mutiger und engagierter Junge. Er präsentiert uns zusammen mit Namo, seiner erwachsenen Begleitperson von der Organisation »Environment Africa« anhand von bebilderten Powerpoint-Folien einen umfassenden und beeindruckenden Vortrag.

Sambia und Kabwe
Sambia ist eines der Länder, in denen terre des hommes Projekte unterstützt. Das Land liegt im südlichen Afrika, Kabwe, die Hauptstadt im gleichnamigen Distrikt, liegt mitten in Sambia. Zunächst erzählt Caleb von der allgemeinen Situation in Kabwe. Es gibt ein riesiges Müllproblem. Es gibt keine Müllentsorgung wie wir sie kennen. Sondern riesige Müllberge, auf denen alle einfach ihren Müll abladen. Es gibt kein Recycling oder auch nur irgendein System dahinter. Das Wasser ist schlecht und mit Schwermetallen belastet, die Versorgung mehr als mangelhaft. Caleb hat wie die meisten kein fließendes Wasser und holt täglich Wasser im Kanister für den täglichen Bedarf.

Existenzbedrohende Verschmutzungen
Die Menschen und vor allem Kinder in Kabwe, einer der zehn meist verschmutzen Ort der Welt, sind in ihrer Gesundheit und Existenz bedroht. Kabwe leidet unter extremer Bleiverschmutzung und die dort lebenden Kinder unter hohen Bleikonzentrationen in ihren Körpern, was nachweislich die emotionale und intellektuelle Entwicklung beeinträchtigt und die Intelligenz mindert. Kinder können im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich vergiftet werden.

Der »Black Mountain«
Caleb zeigt uns Bilder des »Black mountain« in Kabwe, das im sogenannten »Kupfergürtel« liegt. Diese riesigen schwarze Abraumhalden sind eine Hinterlassenschaft des Bergbaus. Der Staub, der von dort in alle Himmelsrichtungen getragen wird, ist mit Blei kontaminiert. Er setzt sich in privaten Gärten, auf öffentlichen Spielplätzen oder Schulhöfen ab. Sobald ein Kleinkind etwas Sand in den Mund bekommt, oder beim Spiel der Kinder etwas Staub fliegt und diese ihn einatmen, stellt das eine große Gesundheitsgefahr dar. Die Höchstwerte im Blut der Kinder werden regelmäßig um ein Vielfaches überschritten. Es gibt kaum Behandlungen einer Bleivergiftung von Kindern und Jugendlichen. Diese sei zu teuer, meint die Regierung. Und nach erfolgter Behandlung wäre eine erneute Vergiftung wahrscheinlich. Es gibt in Schulen, Bibliotheken oder öffentlichen Räumen keinerlei Informationen über das allgegenwärtige Blei-Problem. Die Bevölkerung weiß meist nicht einmal, wie gefährlich es ist, die Kinder auf dem Spielplatz spielen zu lassen. Das Problem wird zudem verstärkt durch die Arbeitslosigkeit in der Region. Menschen zieht es zum »Black Mountain«, sie versuchen, die Steine zu zerkleinern und tragen so leider dazu bei, den giftigen Staub im Lande zu verteilen.
Nun kommen die von terre des hommes geförderten Projekte ins Spiel.

Sollten Kinder nicht in einer gesunden Umgebung aufwachsen dürfen?

terre des hommes fördert in Kabwe ein Projekt, das einerseits die Bleikonzentration in hoch kontaminierten Gebieten mindern will und andererseits das Bewusstsein für diese Bleibelastung erhöhen und Vorsorgemaßnahmen fördern soll. 250 Haushalte sollen gereinigt werden und der Boden von verschiedenen Spielplätzen soll abgetragen und erneuert werden. Die Bleikonzentration im Blut von Kindern und Erwachsenen soll regelmäßig überprüft werden. Es werden außerdem Lehrer hinsichtlich der Folgen von Bleikontamination bei Kindern und Jugendlichen geschult. Saubere Spielplätze sollen als solche gekennzeichnet werden.

Aktion Photovoice
Es gibt verschiedene Aktionen zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen. Eine Aktion namens »Photovoice« wird auch durchgeführt. Da bekommen Kinder und Jugendliche nach einem Workshop Kameras und fotografieren Gegenden, die sie als sicher oder unsicher wahrnehmen oder wo die Auswirkungen der Bleibelastung für sie sichtbar werden. Sie suchen sich die in ihren Augen besten Bilder aus und kommentieren diese.

Miss Environment
Eine sehr schöne Aktion ist auch die Wahl der »Miss Environment«. Das hübscheste (und schlauste) Mädchen wird dann zu einer wichtigen Vermittlerin. Sie hat für ein Jahr die Aufgabe, die Kinder und Jugendlichen für das Thema zu sensibilisieren. Darüber zu sprechen, zu informieren. Aber auch, das Recht auf eine gesunde Umwelt bei den Abgeordneten einzufordern. Es ist beeindruckend zu sehen, wie dieses schwierige Thema kreativ angegangen wird und dabei die Kinder eine wichtige Rolle einnehmen.

Zukunft für die Kinder!
Caleb und Namo fordern, dass endlich die Gefahr dieser riesigen Abraumhalden gebannt werden soll und die Regierung von Sambia endlich Verantwortung übernimmt. Menschenrechte werden verletzt und die Zukunfschancen der Kinder sind angesichts vergifteter Böden, Wasser und Luft zunichte gemacht.

Auch wenn es von 2003-2011 ein von der Weltbank gefördertes Projekt gab, um die Altlasten zu beseitigen, ist die Umwelt noch immer sehr stark belastet. Etwa 94 000 Kinder sind direkt betroffen. 2016 Jahr startete ein weiteres 50-Millionen-Dollar-Projekt der Weltbank. Durch das Projekt sollen dann auch die Bleiwerte im Blut der Bevölkerung besser kontrolliert werden können.

terre des hommes möchte, dass jedem Kind, das durch Blei vergiftet wird, auch geholfen wird. Die sambische Regierung muss ihre Verpflichtung wahrnehmen und der Bevölkerung bei diesem Problem helfen.

Kinder brauchen das Recht auf eine gesunde Umwelt!

Wir hoffen sehr, dass es sehr bald Fortschritte und gute Neuigkeiten aus Sambia geben wird. Wir bedanken uns herzlich bei unseren beiden Gästen Namo und Caleb aus Sambia für den nachhaltig beeindruckenden Vortrag. Ein anderer Blickwinkel und diese persönlichen Eindrücke sind für uns viel wert, so gewinnt unsere ehrenamtliche Arbeit an Leben!

 

Text: Y. Heß

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