"Ein Fenster zum Leben - Bilder gemalt von traumatisierten Kindern"
Unter dem Titel „Ein Fenster zum Leben!- Bilder gemalt von traumatisierten Kindern“ zeigten wir in Kooperation mit der Diakonie Dortmund und der AWO Dortmund vom 20. November bis 04. Dezember 2014 eine Ausstellung über die Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen, insbesondere die Arbeit mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen (UMF) in Dortmund. Die Auslandsgesellschaft NRW stellte uns bereitwillig ihr Foyer für die Ausstellungsobjekte zur Verfügung.
Besonders Flüchtlingskinder leiden unter der Trennung von Familie und Freunden, ihrem Zuhause – von allem, was sie geliebt haben. Krieg und Gewalt haben sie entwurzelt und meist stark traumatisiert. Viele Kinder und Jugendliche sind ohne eine erwachsene Begleitperson auf der Flucht und ganz auf sich gestellt. Sie können sich nicht allein aus der Spirale von Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung und Vertreibung befreien. Diese unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge brauchen spezielle psychologische und soziale Unterstützung.
Mit der Ausstellung „Ein Fenster zum Leben!- Bilder gemalt von traumatisierten Kindern“ haben wir mit Unterstützung der Partner auf die Situation und Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen aufmerksam gemacht. Sie brauchen geschützte Orte, Betreuung und Behandlungsangebote, um ihnen beim Bewältigen ihrer schrecklichen Erlebnisse zu helfen. Maltherapie und Spielangebote eignen sich als Zugang zu den verstörten Kindern. Sprachbarrieren lassen sich so einfach überbrücken. Die Bilder der Kinder spiegeln die inneren seelischen Belastungen wieder. Ihre Bilder öffnen Türen zu einem behutsamen Gespräch über das Erlebte. Ein solcher geschützter Ort ist das AWO Clearinghaus in Dortmund. Hier werden jugendliche Flüchtlinge aufgenommen und über drei Monate pädagogisch und psychologisch begleitet. Unsere Ausstellung wurde mit Originalbildern von Jugendlichen Clearinghaus eindrucksvoll unterstützt.
Am Eröffnungsabend, mit zahlreichen Freunden und Gästen, gab der Dortmunder Chor „ProVokal“ eine musikalische Einstimmung mit einer Auswahl an Liedern rund um das Thema „Eine-Welt-in-Frieden“. Darauf folgte ein Vortrag von Ralf Willinger aus der terre des hommes Geschäftsstelle in Osnabrück über Traumahilfe in „terre des hommes“ Projekten. In einem zweiten Teil informierte er über die aktuelle Situation in Krisen- und Kriegsgebieten und die dadurch ausgelösten humanitären- und Flüchtlingskatastrophen.
An einem weiteren Veranstaltungsabend kamen mit der Vorführung des Kinofilms „Can´t be silent“ Flüchtlinge deutschlandweit zu Wort. Der Film geht auf ein Projekt des Musikers Heinz Ratz zurück, der über 80 Flüchtlingsheime besucht und ein Musikprojekt mit Flüchtlingen gestartet hat. Es ist ein Film, der "... kein Blatt vor den Mund nimmt. Was aber noch wichtiger ist: Er redet nicht über die Flüchtlinge, sondern gibt ihnen ihre Stimmen zurück und die sind mehr als eindrucksvoll." (ORF/Ö1)
Ein weiterer Abend war zwei lokalen Projekten in Dortmund gewidmet. Die Diakonie Dortmund informierte ihr Projekt „DO-IT“, in dem Bürger die Vormundschaft für minderjährige Flüchtlinge übernehmen können. Das AWO-Clearinghaus berichtete über seine vielfältige Arbeit und ließ auch eine ehemalige Bewohnerin zu Wort kommen, die eindrucksvoll ihre Geschichte erzählte.
Weitere Infos zum Thema
terre des hommes fördert weltweit in über 30 Projekten die psychische Gesundheit von traumatisierten Kindern:


