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Sigrid Kurz
Telefon: 07 11 / 76 46 20
E-Mail: tdh-ag-stuttgart@remove-this.gmx.de

19.05.2016, 23.00 Uhr

Ort: Haus der katholischen Kirche

Moderne Sklaverei in indischen Spinnereien

Im Rahmen einer bundesweiten Vortragsreise berichteten zwei Expertinnen aus Indien, Mary Viyakula und Anibel Ferus-Comelo, über die Ausbeutung junger Frauen in der südindischen Textilindustrie.

Junge Frauen im Alter von 14-18 Jahren werden in hochmodernen Spinnereien wie Sklavinnen gehalten. Mädchen und junge Frauen aus unterprivilegierten Familien werden für drei Jahre und mehr an Textilfabriken im Süden Indiens verpflichtet. Sie erhalten nicht einmal den Mindestlohn. Erst am Ende der Arbeitszeit gibt es eine Prämie, oft nur wenige hundert Euro. Hält ein junges Mädchen die Vertragszeit mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen nicht durch, wird ihr häufig die Auszahlung der Prämie verweigert. Da es üblicherweise keine schriftlichen Verträge gibt, kann dagegen kaum gerichtlich vorgegangen werden. Während der 3 Jahre sind die Frauen auf dem Firmengelände untergebracht und dürfen dieses meist nicht verlassen. Sexuelle Belästigung oder gar Vergewaltigung durch die männlichen Aufseher sind nicht selten. Immer wieder passieren schwere Unfälle mit Verlust von Fingern oder Beinen. Oft sehen die Mädchen dann keinen anderen Ausweg als den Suizid.

Bis vor kurzem wurde diese Form der Sklaverei als „Sumangali“ (Glückliche Braut) bezeichnet, denn die Prämie sollte zur Finanzierung der Hochzeit dienen. Inzwischen werben die Spinnereien nicht mehr mit diesem Begriff, die Arbeitsbedingungen haben sich jedoch nicht verändert.

Die Soziologin Dr. Anibel Ferus-Comelo, und Mary Viyakula, Mitarbeiterin der NGO SAVE (Social Awareness & Voluntary Education) in Tamil Nadu, setzen sich beide seit Jahren für die Rechte von ausgebeuteten Arbeiterinnen ein.  Vor Ort versuchen NGOs wie SAVE, auf die lokale Politik Einfluss zu nehmen, in den Dörfern aufzuklären, und den Frauen, die aus den Fabriken zurückkehren, alternative Einkommensmöglichkeiten zu erschließen.

Wir Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland können die Position der Arbeiterinnen stärken, indem wir Druck auf die Marken ausüben, für die Situation in der Zuliefererkette ihrer Textilien Verantwortung zu übernehmen.

Veranstalter: FEMNET e.V. und Katholisches Bildungswerk Stuttgart, in Kooperation mit den Stuttgarter Gruppen der Kampagne für saubere Kleidung, der aktion hoffnung, und von terre des hommes.

Begleitend zu der Veranstaltung stellten die fairen Labels ecoCarrots aus Stuttgart und Joyup Saree ihre Produkte vor.

Weitere Info bei  terre des hommes  zum Thema Sklaverei in der Textilherstellung  

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